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Lena Haselmann

Norwegische Musikstudentinnen in Berlin am Beispiel Agathe Backer Grøndahls


Die Biographien norwegischer Komponistinnen im 19. Jahrhundert wurden zu einem wesentlichen Teil durch die Gegebenheiten der im Lande vorhandenen Musikausbildung, die zu diesem Zeitpunkt meist im privaten Rahmen stattfand, beeinflusst. Im Laufe des 19. Jahrhunderts scheiterten in Norwegen zahlreiche Versuche, staatlich geförderte Musikinstitutionen mit einem künstlerisch professionellen Anspruch zu etablieren. Auch nach der Gründung der Organistenschule durch Ludvig Mathias Lindemann und seinen Sohn Peter Brynie Lindemann im Jahre 1883, die sich 1892 zum Konservatorium Oslos und 1973 zur Norwegischen Musikhochschule („Norges Musikkhøgskole“) entwickelte, zog es norwegische Musiker häufig, wie auch Studenten anderer Fachrichtungen, nach Deutschland, wo eine weitaus umfassendere Musikausbildung lockte. Mitte des 19. Jahrhunderts war in Deutschland neben Leipzig besonders Berlin Anziehungspunkt für norwegische Musikerinnen und Musiker.

 

 


Unter welchen Bedingungen war es nun für junge Frauen möglich, ein Studium im Ausland aufzunehmen? Wie gestaltete sich ein Musikstudium und welche Rolle spielte dabei der Kompositionsunterricht? Welche Ziele verfolgten junge Komponistinnen mit einem Studium in Deutschland? Diese Fragen sollen am Beispiel Agathe Backer Grøndahls (1847 - 1907), die im Zeitraum von 1865 bis 1869 an der „Neuen Akademie der Tonkunst“ in Berlin bei Theodor Kullak, studierte, diskutiert werden. Wichtige Quelle sind dabei die Korrespondenzen der jungen Norwegerin. Wie wurde ihre musikalische Laufbahn durch ihr Studium an der Akademie geprägt? Ist es möglich, die Bedeutung dieser und weiterer Musikinstitutionen Berlins für norwegische Komponistinnen nachzuvollziehen?

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