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Florian Heesch

„The Canon in Practice“: Das Lexikon Musik und Gender (2010) als Beitrag zu einer geschlechtersymmetrischen Musikgeschichte


Wie vermag die Musikgeschichte zur Öffnung von Möglichkeitsräumen für Komponistinnen beizutragen? Als Geschichtswissenschaft wirkt sie in erster Linie auf Vorstellungen von der  Vergangenheit. Sie kann ihre lange Zeit unreflektierte androzentrische Perspektive infrage stellen und sich im Blick auf die Objekte der Geschichte um ein symmetrisches Verhältnis von Frauen und Männern bemühen. Im Fokus des Vortrags steht der Kanon, vorläufig definiert als die maßgebliche Menge der Kompositionen – und damit der Komponisten und Komponistinnen –, an die Geschichte erinnert. Wie können Frauen gleichberechtigt in den bisher männerdominierten Kanon integriert werden? Ist es notwendig, zumindest vorläufig einen alternativen (Frauen-)Kanon aufzustellen?

 

 


Vor dem Hintergrund der theoretischen Überlegungen in Marcia Citrons „Gender and the Musical Canon“ wird diese Problematik anhand eines Beispiels aus der musikhistoriografischen Praxis diskutiert, nämlich des 2010 in Deutschland erschienenen Lexikons Musik und Gender. Dabei geht es auch um die Möglichkeiten und Grenzen internationaler Perspektiven in der Musikgeschichtsschreibung. Die Frage nach Möglichkeitsräumen zielt außerdem auf den Gegenwartsbezug der Geschichte, der hier anhand von Beispielen aus der jüngsten Geschichte ‚klassischer‘ Musik und aus der Popularmusik diskutiert wird. In diesem Zusammenhang steht auch der Begriff vom (geschlossenen) Kanon zur Debatte.

 

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